Die freie Trauung

Wozu soll eine freie Trauung gut sein? Wenn ihr euch das erste Mal mit dem Thema Hochzeiten beschäftigt, habt ihr euch diese Frage möglicherweise gestellt. Hier folgt die Erklärung: 

Wer heiraten möchte, muss dies vor dem Standesamt tun. Das Standesamt hat den Auftrag, den bürgerlich-rechtlichen Vertrag zweier Personen (den Eheleuten) zu beurkunden. Das Standesamt ist eine öffentlich-rechtliche Institution, die aus Steuergeldern finanziert wird. Ihr Auftrag ist es nicht, eine individuelle, zu euch passende Zeremonie durchzuführen. Manche Standesbeamt:innen machen das im Rahmen der Möglichkeiten trotzdem. Allerdings ist dieser Rahmen nicht allzu groß.

Bei der freien Trauung seid einzig und allein ihr diejenigen, die den Rahmen und das Ziel bestimmen: Nämlich für euch einen Moment die Zeit anzuhalten und eure Liebe in einer Zeremonie zu würdigen. Eine freie Trauung ist dazu da, ein denkwürdiges Ereignis für euch alle eure Liebsten zu schaffen und zwar in einem Maß, wie es weder ein Standesamt, noch eine Kirche tun können: Weil es eben nicht ihr Auftrag ist. Sie schafft Erinnerungen und Erlebnisse, die für euer ganzes Leben bleiben. 

Wer Gottes Segen haben möchte, heiratet zusätzlich zum Standesamt kirchlich. Für eine evangelische Trauung muss hierzu einer der Partner in der Kirche Mitglied sein. Die Mitgliedschaft beinhaltet die Zahlung von Kirchensteuer. Der Auftrag der Kirche ist es, Gottes Wort unter die Leute zu bringen. Von manchen kirchlich getrauten Paaren habe ich gehört, dass sie sich gewünscht hätten, weniger Gottes Wort und mehr persönliches über sich im Gottesdienst zu hören. Dies ist jedoch nicht der Auftrag der Kirche. Viele Pastor:innen nehmen sich die Zeit, auch auf eure Liebesgeschichte einzugehen. Im Zentrum wird aber immer Gott stehen. Wenn euch das bewusst ist und ihr das möchtet, ermutige ich euch, euch Gottes Segen zu holen. Das ist nämlich wunderschön. Wenn ihr nur aus dem Grund kirchlich heiraten möchtet, weil dies in der Regel nur eine Spende kostet, empfehle ich euch, durchzurechnen, was ihr bereits an Kirchensteuer gezahlt habt und dies mit den Kosten einer freien Trauung gegenüberzustellen ;-).